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Frankfurter Rundschau 23.2.10 – Auf Distanz

Frankfurter Rundschau 23.2.
Kommentar
Auf Distanz
Von Canan Topçu

Eines fällt im Fall Türkyilmaz auf: Die vielen muslimischen Moscheegemeinden Frankfurts halten sich mit Stellungnahmen zurück. Auf Nachfrage erklärt der türkischstämmige Funktionär eines sunnitischen Moscheevereins, er verstehe die Aufregung um den Imam nicht, denn die unter Beschuss stehende Hazrat-Fatima-Gemeinde sei doch eine Randgruppe. Die sunnitischen Muslime aus der Türkei nehmen die türkischstämmigen Schiiten nicht wahr und ernst. „Mit uns hat das ganze nichts zu tun“, scheinen sich die Gemeinden zu denken und sind wohl auch froh, dass nicht sie es sind, die Zielscheibe öffentlicher Kritik wurden. So mancher spürt dieser Tage aber auch Schadenfreude darüber, dass jetzt auch Ünal Kaymakçi in der Kritik steht und seine Integrität angezweifelt wird. Denn als der Vertreter einer Minderheit unter den Muslimen sei er von Politik und Kirchen zu sehr hofiert wurden. Das stimmt! Denn Kaymakçi erwies sich als idealer Dialogpartner. Denn der Sohn türkischstämmiger Einwanderer ist wortgewandt, parkettsicher und bestens mit den Gepflogenheiten dieses Landes vertraut. Hoffentlich bekommen seine Neider nicht recht.

Gegen den moralischen Konsens
Wissenschaftler und Politiker begrüßen den Rücktritt des Imams Sabahaddin Türkyilmaz

Von Canan Topçu

Auf den Rücktritt des umstrittenen Imams Sabahaddin Türkyilmaz haben Landes- und Kommunalpolitiker erleichtert reagiert. Der Geistliche hatte am Sonntag nach Kritik wegen seiner Teilnahme an Al-Quds-Demonstrationen alle Ämter in der Hazrat-Fatima-Moschee abgegeben. „Zum Schutz der Gemeinde“ und aller Muslime, erklärt er seinen Schritt. Der Imam weist alle Schuld von sich und betont in seinem umfangreichen Schreiben, alle seine „Reden, Publikationen, Äußerungen im Öffentlichen wie im Privaten“ seien im „Rahmen des Grundgesetzes und bei Einhaltung des deutschen Rechts unter Wahrung“ seines Rechts auf Meinungsfreiheit erfolgt. Die Argumentation von Türkyilmaz, mit der Teilnahme an Al-Quds-Demos habe er sein Recht auf Meinungsäußerung genutzt, ist für Professor Wolfgang Benz vom Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin „nicht ganz schlüssig“. Die Kundgebung beschreibt Benz als eine „extrem israelfeindliche Veranstaltung“, auf der sich alljährlich Menschen treffen, die das Existenzrecht Israels „massiv bestreiten“. Dass sie nicht verboten sei, beweise gar nichts, denn auch eine Neo-Nazi-Demonstration verstoße „gegen die guten Sitten“ und könne nicht ohne weiteres verboten werden. „Wer an einer Al-Quds-Demonstration teilnimmt, verstößt gegen einen moralischen und emotionalen Konsens in Deutschland darüber, dass das Existenzrecht Israels nicht bestritten wird. Das ist eine Folge des Holocaust und deutscher Verantwortung gegenüber Israel“, erläutert der Wissenschaftler. Wer in Deutschland öffentlich wirke, müsse diese Verabredung anerkennen oder aber er werde mit „geballter Kritik konfrontiert“. Und dies sei in Frankfurt denn auch geschehen.

Ein Bärendienst

Bedauerlich sei an Türkyilmaz Rechtfertigung und seiner Parteinahme für alle unterdrückten Muslime, dass er den Islamkritikern einen Bärendienst erweise. Bei eingewanderten Muslimen, so Benz, gebe es offenbar Loyalitäten jenseits der Zugehörigkeit zur deutschen Gesellschaft und jenseits von dem, „was man beispielsweise von einem Frankfurter Bürger erwarten kann“. Als „die einzig richtige Konsequenz aus den Vorfällen“ sieht den Rücktritt der integrationspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Stefan von Wangenheim. Dass Türkyilmaz von einer „hasserfüllten Schmutzkampagne“ gegen sich und seine Gemeinde spreche und sich zum Opfer stilisiere, sei mehr als befremdlich. Es bleibe ein fader Beigeschmack, da der Imam nur aufgrund des öffentlichen Drucks, aber nicht aus Einsicht zurückgetreten sei, sagt von Wangenheim. Das Existenzrecht Israels erkenne er nach wie vor nicht an.

„In Deutschland rechtfertigen viele Menschen, auch die mit islamischem Glauben, ihren Protest gegen den Staat Israel mit dessen Palästinapolitik“, sagt der SPD-Stadtverordnete Turgut Yüksel. „Wir alle müssen wissen, dass die Gründung des Staates Israel ein Ergebnis der barbarischen Vernichtung der Juden durch den deutschen Faschismus war. Das verpflichtet alle in Deutschland Lebenden.“ Mit der Erklärung, dass die Frankfurter Gemeinde hinter ihm stehe und er zum Schutz der Gemeinde zurücktrete, habe Türkyilmaz der Gemeinde keinen Gefallen getan, sagt der Landtagsabgeordnete Mürvet Öztürk (Grüne). „Der Imam hat offensichtlich nicht verstanden, worum es geht“, so Öztürk.

Schule muss mehr tun
Islamexperte Müller über Antisemitismus

Herr Müller, wie erklären Sie Jugendlichen muslimischer oder arabischer Herkunft die Sensibilität in Deutschland gegenüber dem israelischen Staat?

Es geht hier nicht um deutsche Sensibilitäten. Antisemitismus ist schließlich eine demokratiegefährdende Weltanschauung, der man grundsätzlich vorbeugen muss. Und wenn Jugendliche Israel nicht anerkennen wollen und teils sogar antisemitische Stereotypen verbreiten, dann hat das oft mit Unkenntnis oder Halbwissen über die Konfliktgeschichte und die Entstehung von Israel zu tun.

Aber diese Jugendlichen besuchen hier die Schule und haben Geschichtsunterricht…

Ich habe den Eindruck, dass der Unterricht ungenügend ist und nicht auf die spezifischen Erfahrungen der Jugendlichen und ihrer Familien eingeht. Der Nah-Ost-Konflikt müsste genauer betrachtet und seine komplexe Geschichte aus Sicht der verschiedenen Seiten beleuchtet werden.

Wir brauchen also eine n multiperspektivischen Blick?

Ja. Es müssen die unterschiedlichen arabischen Perspektiven und auch die israelischen Sichtweisen des Konflikts einbezogen werden, um Schwarz-Weiß-Denken und einer Unterteilung in Gut und Böse zu begegnen. So kann dargestellt werden, dass es Flucht und Vertreibung auf beiden Seiten gegeben hat. Die meisten Jugendlichen wissen etwa nicht, dass 1948 auch hunderttausende Juden ihre arabische Heimat verlassen mussten und nach Israel flohen. Vor dem Hintergrund des Holocaust kann das Bedürfnis Israels nach Sicherheit verständlich gemacht werden. Was die Jugendlichen von Zuhause über den Konflikt mitbekommen, ist meist die andere Seite der Geschichte. Diese Multiperspektive ist eine große Herausforderung für Pädagogen, es braucht Fingerspitzengefühl. Wenn es gelingt, beugt es Mythenbildung und einseitigen Wahrnehmungen vor. Und somit auch antisemitischen Überzeugungen.

Wieso identifizieren sich viele Jugendliche in dritter Einwandergeneration so stark mit den Menschen im Nahen Osten?

Der Nah-Ost-Konflikt ist ein Ventil für viele Jugendliche, die sich hier ungerecht behandelt und als Deutsche nicht akzeptiert fühlen. Der Nahostkonflikt wird für sie zur Projektionsfläche, weil dort aus ihrer Sicht Muslime und Araber ungerecht behandelt werden.

Interview: Canan Topçu

Tacheles reden
Kaymakçi unter Druck

Am Montagmorgen klingt Ünal Kaymakçis Stimme erschöpft. Die vergangenen zwei Wochen waren sehr anstrengend, musste er immer wieder zu den Vorwürfen gegen den Imam der Hazrat-Fatima-Gemeinde, dessen Generalsekretär er ist, Stellung beziehen. Diese Zeit ist an ihm nicht spurlos vorübergegangen. Er hat mehrere Kilo abgenommen. Anfangs war er, Jurist von Beruf, eloquent und ein Mann von Format, offensiv und argumentierte gegen die Vorwürfe damit, dass der TV-Beitrag, der die Gesinnung des Geistlichen als fragwürdig darstellte, unsauber recherchiert sei. Später, als Predigten des Imam etwa mit Bezug zum iranischen Revolutionsführer Khomeini auftauchten, da zeigte sich auch Kaymakçi fassungslos. Am vergangenen Wochenende scheint Tacheles geredet worden zu sein, der Imam trat zurück. Was Kaymakçi und die Moscheegemeinde dazu zu sagen haben, wird die Öffentlichkeit heute Nachmittag erfahren. „Dass sich der Imam schon am Sonntag öffentlich äußerte, hat mich überrascht“, sagte Kaymakçi am Montag auf FR-Anfrage. Welches Spiel gespielt wird? Die Strukturen der schiitischen Gemeinden sind subtil, für Außenstehende kaum nachvollziehbar. Kaymakçis Freunde vermuten, dass er unter Druck und zwischen zwei Stühlen sitzt, und sie hoffen, dass sie sich in ihm nicht geirrt haben. top

FNP 23.2.10
Heute spricht die Hazrat Fatima Gemeinde

Nach dem Rücktritt ihres Imams wächst nun der Druck auf ihren Generalsekretär Ünal Kaymakci
Imam Türkyilmaz ist zurückgetreten, seine antiisraelische Haltung hingegen hat er verteidigt. Wie die Hazrat Fatima Gemeinde zu diesem Thema steht, will sie heute erklären.

Frankfurt. Nach dem Rücktritt von Sabahattin Türkyilmaz als Imam der Hazrat Fatima Gemeinde wartet Frankfurt. Darauf, dass es heute 14 Uhr wird. Dann endlich will der Vorstand der noch in Griesheim ansässigen Gemeinde zu den jüngsten Ereignissen Stellung nehmen. «Wir werden sehr ernst, sehr nachdenklich und offen zu den im Raum stehenden Fragen Stellung nehmen», kündigte Ünal Kaymakci an. Wie diese aussehen wird, mochte der Generalsekretär der Gemeinde vorab nicht sagen.

Er wird wissen, was die Stadt von dem Moscheeverein erwartet. «Wir müssen sehen, ob sich die Gemeinde von dem Imam und seinen israelfeindlichen Positionen distanziert», formuliert es Athenogoras Ziliaskopoulus, Vorsitzender des Rates der Religionen (RdR), stellvertretend für viele. Sollte die Gemeinde das heute nicht tun, müsste der Rat entscheiden, wie er weiter mit ihr zusammenarbeiten kann.

Viel gelernt

Kommt heute die Distanzierung, kann der griechisch-orthodoxe Pfarrer der jüngsten Diskussion durchaus gute Seiten abgewinnen. «Ein Konflikt ist immer mit einem Erfahrungsgewinn verbunden, und das hat immer auch einen positiven Ausklang.» Der interreligiöse Dialog in der Stadt werde intensiver.

Zuvor aber erwartet Ziliaskopoulus auch von Kaymakci persönlich klärende Worte. Denn sein Stellvertreter im Vorstand des RdR ist selbst in die Kritik geraten. Daran, dass er lange nichts von den Ansichten Türkyilmaz’ gewusst haben will, werden die Zweifel lauter. Zumal dieser schon als Imam der Berliner Imam Riza Moschee in die Schlagzeilen geraten war, da die Gemeinde im Verdacht steht, ein Treffpunkt der radikalislamischen Organisation Hisbollah in Deutschland zu sein. Außerdem arbeitet Kaymakci im Vorstand der türkisch-schiitischen Jugendorganisation Ahl-ul Bait Europa mit, gemeinsam mit Nizam Türkyilmaz, dem Bruder des umstrittenen Imams. Kein Grund, auf eine jahrelange enge Bekanntschaft zu schließen, kontert Kaymakci. «Ich kenne ihn erst näher, seit er bei uns in Frankfurt ist. Zuvor bestand zwischen uns die Respektsbeziehung, die man zu einem hohen Geistlichen einer anderen Gemeinde hat.» Dass dieser wegen seiner Auftritte auf israelfeindlichen Kundgebungen und einer antizionistischen Predigt zurücktreten musste, hält der Generalsekretär für eine Art Nebenwirkung einer Medienkampagne, die «auf mich abzielt». Da er mit seinen Ämtern in der Integrationsdebatte eine wichtige Rolle spielt, wären Vorwürfe gegen seine Person eben besonders gute Schlagzeilen.

Nur ein Opfer

Schon Imam Türkyilmaz hatte sich in seiner Rücktrittserklärung als Opfer einer Hetzkampagne stilisiert. «Alle, die ihm gegenüber kritisch sind, hat er zu Islamfeinden erklärt», kritisierte die evangelische Pfarrerin Ilona Klemens, Leiterin der Geschäftsstelle des RdR. Mehr noch, Türkyilmaz habe offensichtlich vergessen, dass es die von ihm nun so diffamierte demokratische Frankfurter Öffentlichkeit war, die sich zuvor hinter den Bau der neuen Moschee für die Hazrat Fatima Gemeinde gestellt hatte. ing

FAZ 23.2.10
Moschee-Generalsekretär kündigt „klare Position“ an
Kaymakci will auch persönliche Erklärung abgeben

toe. FRANKFURT. Nach dem Rücktritt von Sabahattin Türkyilmaz als Imam der schiitischen Frankfurter Hazrat-Fatima-Moscheegemeinde wird deren für heute angekündigte Pressekonferenz mit Spannung erwartet. Wie berichtet, hatte Türkyilmaz seinen Rückzug damit begründet, dass er Schaden von der Gemeinde abwenden Wolle. Er hatte von einer „hasserfüllten Schmutzkampagne“ gegen ihn und die Gemeinde gesprochen. Deren Generalsekretär Ünal Kaymakci wollte sich gestern nicht zu der Erklärung des Imams äußern und verwies auf die Pressekonferenz, in der die Gemeinde „gebündelt“ Antwort geben wolle. Offen ist, inwieweit sie hinter dem Geistlichen steht. Der Imam hatte davon gesprochen, dass die Gemeinde ihm „ihr vollstes Vertrauen“ ausgesprochen habe. Auch dazu werde er sich heute äußern, sagte Kaymakci. „Wir werden eine ganz klare Position vermitteln.“ Kaymakci kündigte außerdem an, sich nicht nur im Namen der Gemeinde, sondern auch persönlich äußern zu wollen. Das wird schon seit einigen Tagen von ihm erwartet, da er ein gefragter Gesprächspartner der Politik und der Kirchen ist. So hat er einen Sitz an dem von der Landesregierung einberufenen Runden Tisch zur Vorbereitung eines islamischen Religionsunterrichts und ist stellvertretender Vorsitzender des Frankfurter Rates der Religionen und der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen. Die Frankfurter Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Die Grünen) sagte, sie erwarte heute „klare Worte“, die es in den vergangenen zwei Wochen nicht gegeben habe. „Der Gemeinde und ihren Vertretern sollte ganz klar sein, dass Grauzonen und Zweideutigkeiten inakzeptabel sind.“ Damit dürfte sie auch Kaymakci gemeint haben. Der integrationspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Thomas Kirchner, forderte Kaymakci zu einer Stellungnahme auf und verwies auf dessen Rolle als Generalsekretär der Jugendorganisation „Ahl-ul Bait Jugend Europa“. Das Fernsehmagazin „Defacto“ hatte am Sonntag darüber berichtet. Die Organisation hat ihren Sitz in jener Berliner Gemeinde, deren Imam Türkyilmaz war, bevor er nach Frankfurt kam. Es sei schwer zu glauben, dass Kaymakci nicht um dessen Ansichten gewusst habe, so das Magazin. An dessen Bericht vor zwei Wochen hatte sich die Diskussion entzündet. Dem Imam wurde Antisemitismus vorgeworfen, da er sich an einer Al-Quds-De-monstration in Berlin beteiligt hatte sowie an einer weiteren, auf der „Tod, Tod Israel“ gerufen worden war. Die AI-Quds-Kundgebungen gehen auf Ajatol-lah Chomeini zurück und sollen ein Ausdruck der Solidarität mit den Palästinensern sein. Hinzu kam eine Predigt, die Türkyilmaz 2009 zum Al-Quds-Tag gehalten hatte. In ihr hatte er gesagt, nur weil die Muslime zu der Besatzung Palästinas geschwiegen hätten, „konnten die Imperialisten Afghanistan und Irak ebenso besetzen“. Und: „Möge Allah das besetzte Palästina aus den Händen der Zio-nisten befreien.“ Der Frankfurter Rat der Religionen distanzierte sich schon von dem Imam, da die Al-Quds-Kundgebungen antisemitisch seien und das Existenzrecht Israels in Frage stellten. Der Imam bestritt, sich antisemitisch geäußert zu haben, auch in der Stellungnahme zu seinem Rücktritt. Er verurteile Antisemitismus, distanziere sich aber auch vom Zionismus, sagt er dort. Beides seien Formen von Rassismus. Auf die Gemeinde sei „undemokratischer Druck“ ausgeübt worden. Ähnlich argumentiert ein Eintrag auf der Internetseite Muslim-Markt, auf der es auch heißt, der Rat der Religionen sei ein „Gehilfe des Zionismus“ geworden. Alle Muslime beteten für Kaymakci, dass er die „richtigen Auswege aus der Falle, die ihm gestellt wurde, finden möge“. Der Vorsitzende des Rates, Athenagoras Ziliaskopoulos, wollte sich gestern nicht nochmals zu dem Fall äußern. Er warte gespannt auf die Pressekonferenz. Dieser Zeitung hatte er am Samstag gesagt, die Art, in der Kaymakci sich heute positioniere, werde auch bestimmen, in welchem Maß er ein Gesprächspartner für Politik und Kirchen bleiben könne. Joachim Valentin, Islambeauftragter der Diözese Limburg und Leiter des Hauses am Dom in Frankfurt, sagte, die Rücktrittserklärung des Imams werfe mindestens so viele Fragen auf, wie sie beantworte. „Wir wissen nicht, wo Kaymakci und die Gemeinde stehen.“ Der Rücktritt sei ein richtiger Schritt, aber leider nicht von Einsicht getragen gewesen. In diesem Sinn äußerte sich auch Stefan von Wangenheim, integrationspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. Sollte die Gemeinde dem Imam tatsächlich ihr vollstes Vertrauen ausgesprochen haben, „ist das Problem längst nicht gelöst“. Kirchner kritisierte, dass sie sich bis heute nicht von der geistigen Haltung distanziert habe, die einer Teilnahme an Al-Quds-Kundgebungen innewohne. Sie solle sich auch symbolisch von Türkyilmaz‘ Äußerungen distanzieren. Er schlug vor, den noch nicht verbauten Grundstein für die geplante Moschee im Stadtteil Hausen neu „einsegnen“ zu lassen.