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Frankfurter Podien

„Das wird man doch noch sagen dürfen!“


Volle Hütte im Haus am Dom: Während dort am Montagabend im vierten Stock das Podium zur Green City Frankfurt überwiegend Einigkeit demonstrierte (…), diskutierten die Teilnehmer im Großen Saal der ersten Etage unter dem Motto „Das wird man doch noch sagen dürfen!“ durchaus kontrovers über Antisemitismus und Israel-Kritik. Eingeladen hatte der Frankfurter Rat der Religionen Doron Kiesel von der Jüdischen Gemeinde, die Pröpstin Gabriele Scherle der evangelischen Kirche Frankfurt, den Zentralrat der Muslime Ayman Mazyek, den Frankfurter Grünen Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour und den jüdischen Pädagogen Micha Brumlik von der Goethe-Uni.

Mazyek erklärte, der Streit zwischen Israelis und Palästinensern sei nicht religiös, sondern politisch motiviert und müsse deshalb auch politisch gelöst werden. Er sei davon überzeugt, dass es am Ende zwei Sieger geben werde.

23-06-01

Dem widersprach Brumlik. „Ein Ende mit Friede, Freude, Eierkuchen“ in der Region sei für ihn schwer vorstellbar. Einerseits sei jeweils die Hälfte der Bevölkerung Israels und Palästinas nicht versöhnungsbereit. Andererseits hätten auch andere Staaten in der Region machtpolitische Interessen. Er fragte außerdem, was junge, in Deutschland geborene und aufgewachsene Muslime dazu veranlasse, israelische Fahnen zu verbrennen. Hier sei noch sehr viel Aufklärungsarbeit notwendig.

Scherle rief dazu auf, jungen muslimischen Einwanderern mehr zuzuhören und ihnen gegebenenfalls energisch zu widersprechen

23-06-03

Bilder Copyright Rafael Herlich