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Aufruf zur Weitsicht beim Neujahrsfest der Bahá’í

Ratsvorsitzender Singh hat gemeinsam mit Staatssekretär Jo Dreiseitel an einem Neujahrsfest im europäischen Haus der Andacht der Bahá’í in Hofheim-Langenhain teilgenommen.

Singhs Lesung aus den Originalschriften und sein Grußwort standen im Zeichen der Internationalen Wochen gegen Rassismus. Er betonte auch mit Blick auf seinen eigenen, teilweise steinigen Lebensweg, dass man in Deutschland auch als „Asylantenkind“ erfolgreich sein kann. Jede Bürgerin und jeder Bürger habe die Chance und Verantwortung, aktiv zum Gelingen eines friedvollen Miteinanders beizutragen. Grundlegend hierfür sei, sich persönlich immer wieder zu fragen, ob man zur Einheit unter den Menschen beiträgt. Gerade Religionsgemeinschaften müssten fortwährend selbstkritisch reflektieren, ob sie sich noch auf dem Weg der Religionsgründer befinden. Die Aufgabe von Spiritualität sei es, jenseits von Menschen gemachten Grenzen wie Nationalstaaten oder religiösen Gruppen zu wirken.

Für Singh ist seine ehrenamtliche Arbeit im Rat der Religionen ein Weg, um dem Land Dankbarkeit zu zeigen für die Unterstützung, die er und seine Familie hier erfahren haben. Er bemerkte aber auch, dass er wie auch andere Sikhs in Deutschland wiederholt wegen des Turbans – der eigentlich für Demut, Tugendhaftigkeit und Natürlichkeit stehe – Opfer von Diskriminierung und Beleidigung geworden sei. In seinem Grußwort ermutigte er gerade auch Jugendliche dazu, reflektiert und weitsichtig zu handeln und den Mut zu haben, sich über den Zeitgeist zu stellen. Gerade in einer Zeit, in der völkische und rassistische Argumente bedingt durch die Flüchtlingszuwanderung wieder salonfähig würden, sei dies von zentraler Bedeutung. Es gehe nicht darum, politisch naiv mit der Herausforderung umzugehen. Sondern menschliche und nachhaltige Lösungen für Probleme zu finden, die wir mit verursacht hätten. Die positiven Reaktionen des Publikums zeigten, dass er damit ein Kernanliegen der anwesenden Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Religion und Gesellschaft auf den Punkt brachte.

Hier finden Sie das von Singh im Haus der Andacht vorgetragene Friedensgebet:

Originalverse Sikh-Religion